Zurück nach Schweden

08Sept
2011

Uni auf Schwedisch und Leben als Erasmusstudent

Ich melde mich wieder nach inzwischen drei Wochen hier in Östersund. Die Uni hat begonnen und mich auch schon wieder voll im Griff. Der Ablauf ist hier ganz anders, man macht eigentlich verschieden Kurse jeweils nacheinander über einige Wochen. Ich habe zur Zeit einen BWL-Kurs, für den ich gerade am meisten machen muss (dabei mach ich den eigentlich nur zum Spaß). Die erste Abgabe war diese Woche, nächste Woche die nächste, für die ich auch ein Buch lesen muss, außerdem in zwei Wochen Abgabe einer Gruppenhausarbeit und danach die Woche Klausur. Die schwedischen Vorlesungen zu verstehen ist kein Problem allerdings dauert das Schreiben ewig und strengt ganz schön an.

Für Psychologie habe ich einen Kurs in Arbeitspsychologie auf Distanz, was bedeutet, dass alles online läuft. Vorlesungen, Diskussion, Aufgaben, Klausuren... Das bedeutet vor allem viel Selbstdisziplin, lesen usw. Daran muss ich mich auch erst gewöhnen und so ganz genau weiß ich auch noch nicht, wie das alles ablaufen wird. Ich habe da noch nicht viel für getan... Den zweiten Kurs, den ich eigentlich jetzt auch noch hätte, habe ich gleich aufgegeben, weil das einfach zu viel werden würde und er auch auf Distanz war. Dafür werde ich in einigen Wochen noch einen Kurs auf Englisch machen. Das war der einzige, der in Frage kam und ist sicher auch keine schlechte Möglichkeit.

Mein erster Besuch ist jetzt wieder abgereist. Max und Max, die eine Fahrradtour von Helsinki durch Finnland und zurück durch Schweden machen, haben von Samstag bis Mittwoch bei mir eine längere Rast gemacht. Das Wetter war leider (wie jetzt auch) meistens nicht sehr schön, also haben die beiden vor allem die Möglichkeit genutzt den ganzen Tag rumzuhängen und zu lesen, während ich in der Uni war (naja nach über 1000km Fahrradfahren haben sie sich die Pause ja verdient). Platz ist auf jeden Fall genug in meiner Hütte und Besuch immer gern gesehen!

Das Leben als Erasmusstudent ist ganz schön anstrengend. Man kann fast jeden Abend irgendwo Party machen. Hier auf dem Campingplatz, wo ich wohne, sind auch die meisten anderen Austauschstudenten, d.h. man trifft sich immer bei jemand anderen. Mit Alkohol ist es in Schweden ja so eine Sache. 1. wie alles total teuer, deshalb trinkt man Bier (was halbwegs bezahlbar ist), 2. bekommt man alles über 3,5% nur im Systembolaget, einem extra Geschäft für Alkohol (und da sollte man die Öffnungszeiten kennen), 3. der Transport auf dem Fahrrad von der Stadt  nach Hause (eine Kiste mit 24 Dosen auf dem Gepäckträger...). Viele haben wahrscheinlich mehr Bier als Essen im Kühlschrank - man muss eben Prioritäten setzen. Da Getränke in den Bars auch nicht grad billig sind (Bier ca. 4 Euro), gibt es immer eine Pre-Party. Clubs gibt es hier zwei und die sind nicht sehr toll. Die Musik ist einfach nur Mainstream oder schlimmer noch schwedische Popmusik. Um 2h macht dann auch schon alles zu, dafür fängt man früh an - 18h ist durchaus normal. PS:  Alles halb so schlimm, wie es klingt!

Morgen ist dann der Abschluss der Einführungswochen, auch für die schwedischen Studenten. Mit einem Flosrennen auf dem See enden die Aktivitäten. Das Flos müssen wir selber bauen mit allen möglichen Sachen, die wir uns zusammen suchen mussten (kaufen verboten). Die Flose werden dann von der Uni durch die Stadt zum Wasser getragen und vier Leute müssen zum Wettkampf antreten. Ich hoffe, dass es hält, aber wir haben ja Ingenieure dabei...

Das nächste Wochenende werde ich auf eine dreitägige Wanderung mit gehen, die hier von einer Gruppe an der Uni organisiert wird. Da bin ich schon gespannt wie das wird. Ich hoffe nicht zu kalt, denn man merkt schon, dass es Herbst wird.

Meine Eingewöhnungsphase ist wohl abgeschlossen. Selbst mit dem Kühlschrank in einem Raum zu schlafen, stört mich nicht mehr. Ich hoffe euch allen geht es gut!

Hälsningar från Östersund (grüße aus Östersund),

eure Teresa

See Östersund Stadt großer See